Update zur Seesanierung- Gedächtnisprotokoll vom Meeting Arbeitskreis See und Bezirksamt

Gedächtnisprotokoll vom 12.06.2019

Das Zusammentreffen Arbeitskreis Wilhelmsruher See und Bezirksamt Pankow zum Austausch der weiteren Schritte zur Seesanierung 

Es trafen sich im Bezirksamt in der Fröbelstraße: der Bezirksstadtrat Daniel Krüger, die Verantwortliche für die Standgewässer von Pankow Frau Anne Linkert, die Verantwortliche für Verwaltungsaufgaben im Umweltamt Frau Gaabs, und fünf Vertreter des Arbeitskreises Wilhelmsruher See.

Die Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes hatten leider den jährlichen Wandertag und konnten daher nicht teilnehmen.

Frau Linkert übergab uns die „Zusammenfassung zum Abschlussbericht zu den Untersuchungen am Wilhemsruher See – Rahmenbedingungen der Sanierung des Gewässers“ und die „Restaurierungsideen für den Wilhlemsruher See“ und stellte diese vor:

Anfang 2018 wurde die Ultraschallsonde durch einen Blitz o.ä. zerstört und ist jetzt deinstalliert. Es ist kein positives Ergebnis durch die Ultraschallbehandlung erzielt worden, gleiches gilt übrigens auch für andere Seen.

Es wird kein dauerhaftes Monitoring mehr durchgeführt, das Bezirksamt besitzt jetzt eine eigene Sonde und kann daher kurzfristig selbst Leitwert-, Sauerstoff- und ph-Wert des Wassers prüfen.

Der erste Grundwasserleiter ist zur Befüllung des Sees nicht geeignet, da das Wasser zu viele Nähstoffe enthält. Der zweite Grundwasserleiter ist nicht abschließend untersucht worden, wird aber wahrscheinlich auch zu viele Nährstoffe enthalten, daher wird es keinen Brunnen geben.

Regenwasserkanaleinleitung und -ableitung durch die Wasserbetriebe ist noch nicht abschließend geklärt. Auch eine Ableitung bei Wasserhochtand in den Tempelgraben muss noch geprüft werden.

In dem See befindet sich unter der ca. 40 cm dicken Schlammschicht eine Tonschicht, die nicht zerstört werden darf, da sie verhindert, dass das Wasser aus dem See ausläuft. Es sollen daher ca. 10 cm Schlammschicht im See verbleiben. Daher müsste laut Abschlussbericht eine Nassstatt einer Trockenentschlammung durchführt werden.

Das Umwelt- und Naturschutzamt ist der Meinung, dass es nahezu undurchführbar ist beim Absaugen eine gleichbleibend dicke Schlammschicht zurückzulassen und hat sich aufgrund dessen und da es noch unklar ist wie bzw. mit welchen Kosten die ca. 2.300 cbm abgetragener Schlamm entsorgt werden können und da die Sedimentzunahme „nur“ ca. 0,5 bis 1 cm pro Jahr beträgt, gegen die Entschlammung entschieden.

Eine Maßnahme zur Verbesserung der Wasserqualität soll die Verdünnung des Seewassers durch das Auffüllen des Sees mit Wasser aus dem Hydranten sein.

Mitarbeiterin des Umwelt- und Naturschutzamtes beim Einlassen von Hydrantenwasser und bei der Untersuchung des Leitwert-, Sauerstoff-, und des ph-Wertes des Wassers.

Frau Linkert wird in der kommenden Woche die Absprachen mit der Feuerwehr für den ersten Testlauf treffen. Laut den Restaurierungsideen ist der Plan des Umwelt- und Naturschutzamtes: ca. 10-20 qm schwimmende Teichinseln mit typischen – mindestens einjährigen –Röhrichtarten auf dem See auszubringen.Dabei wird gleichzeitig getestet welche Pflanzenarten für zukünftigen Schilfgürtel am besten geeignet sind.

Das soll ebenfalls zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen, da die Pflanzen über ihre Wurzeln das nährstoffreiche Wasser des Sees aufnehmen und sie anschließend oberirdisch abgeerntet und somit die Nährstoffe aus dem See befördert werden können.

Das Gutachten zur Betonmauer hat ergeben, dass diese 1 bis 1,5 m tief in den Boden geht und durchlässig ist, daher soll zwar überall der Kopf abgetragen, sie aber nicht komplett entfernt,sondern nur bis kurz unter Boden/Wasserhöhe abgetragen werden.

Laut Restaurierungsideen ist der Plan des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA): am Nordufer den Rundweg zu verlegen (Seite 7), die Betonmauer am Eingang Tollerstraße zu belassen und Sitzstufen zu schaffen (Seite 8), eine Spielplatzsanierung durchzuführen (Seite 9), die südöstlich gelegene runde Sitzfläche zu reparieren (Seite 10) und das Geländer am Eingang Heegermühler Weg zu erneuern (Seite 11); an diesen drei Stellen bleibt die Betonmauer auch erhalten.

Die SIWANA-Mittel werden und müssen nicht in diesem Jahr ausgegeben werden.

Die Ausschreibungen – für die das SGA betreffenden Maßnahmen – werden erst in 2020 erfolgen. Außerdem erhofft sich das Umwelt- und Naturschutzamt, dass das Niederschlagskonzept vom Wilhelmsruher Tor vielleicht die Einleitung von Dachflächenwasser (sauberes Regenwasser) in den Wilhelmsruher See vorsehen wird. Das bleibt aber abhängig von der Klärung der Ableitung bei Wasserhochstand mit den Wasserbetrieben.

Wir fragten nach einer Grobreinigung und erfuhren, dass vor ein paar Wochen Unrat aus den ufernahen Bereichen entfernt worden war und dass eine generelle Grobreinigung nicht geplant ist.

Wir bemerkten, dass ein Ziel der Entschlammung war, mehr Wasservolumen zu erzielen, damit der Wilhelmsruher See überhaupt eine Chance hat zu „funktionieren“. Die Antwort darauf war, dass dafür der See mit Hydrantenwasser befüllt wird. Wir fragten nach der Nachhaltigkeit dieser Maßnahme, da die Verdunstung laut Abschlussbericht immer größer als der Regeneintrag ist. Könnte die dauerhafte Lösung eine Grundwassereinbringung über Schilf als Filter o.ä. sein?

Das Bezirksamt verneinte die. Die Kosten für einen Brunnenbau und/oder die Unterhaltung und Pflege einer Filteranlage entsprechen laut Frau Linkert und Frau Gaabs den Kosten das Wasser vom Hydranten und Regenwasser vom Wilhelmsruhr Tor einzubringen und den See damit auf vollem Niveau zu halten. Für diese Hydrantenwasserkosten soll ein Konto eingerichtet bzw. ein Kontingent bereit gestellt werden.

Und die Zukunft? Könnten für das frische Seewasser Gelder eingeworben werden?

Könnte die Beobachtung der Teichinseln die Weiterführung des Projekts der Schule Eins werden?

Könnte die zweite Befüllung des Sees (Mitte August?) durch die Feuerwehr bei einem „Wasserfest“ am See stattfinden?

Ihr Arbeitskreis Wilhelmsruher See Leben in Wilhelmsruh e.V.